Kapitel 16 Reisen

Neben ausgelassenen Feten auf spanischen Inseln mit gepanschtem Wein, kamen hierzulande Fahrten mit Kaffee, Sahne und preisunwerten Devotionalien in Mode. Da selbst der ICE, das Glanzstück der Bahn, zuweilen zum Entgleisen neigte, fuhr man lieber mit dem Bus...

Image Hosted by ImageShack.us

3 Kommentare 28.4.06 21:34, kommentieren

Werbung


Kapitel 15 Wende 3.0

Lästige Zurückweisungen wichen den Grenzüberschreitungen. Den Lohn gespart und den Jahresurlaub eingelöst, flog man zum Schweifen in die Ferne, zu Sonne, Strand und Herzenswärme. Wer aber keine Lust auf Ausflüge hatte, blieb hier und ging auf einen Trip. Das brauchte keinen Reiseleiter...
Image Hosted by ImageShack.us

1 Kommentar 26.4.06 22:44, kommentieren

Kapitel 14 Jugoslawien-Kriege

Wer bisher noch unbeschwehrt von Frieden schwärmte, mußte sehr bald feststellen, wie sich erst ein Landstrich aus orientalischen Märchenbüchern durch Petroleum verfinsterte und sich dann im europäischen Abseits Titos Brüder im Streit die Köpfe einschlugen. Dank des Missionierungsauftrags des großen Rates konnten deutsche Söldner wieder Seite an Seite auf dem Balkan stehen. Der Bann des Weltkriegs war gebrochen...
Image Hosted by ImageShack.us

1 Kommentar 20.4.06 20:20, kommentieren

Kapitel 13 Wende 2.0

Eingang in die Kultur fand Anglistik statt sozialistischem Germanentum, gaben sich die Homies betont cool und es entstanden Schnellrestautrants im immer gleichen Look. Die Städte nebst den veralteten Neubauten verloren das bekannte Grau, erstrahlten frisch, es ging voran. Auch gab’s nun Märkte, die boten Alles, woran man früher nur durch Beziehungen kam. Siedlungen sprossen wie Wildkraut, so dass mancher Überwuchs die gute Nachbarschaft störte. Einige Nutznießer der Bodenreform erhielten sehr bald Post und dann Besuch, der ungebeten war. Sie kamen, um zu nehmen, denn Besitz ist nicht gleich Eigentum. Dann gab’s da einen schlauen Mann mit Toupet, der hielt seine Finanziers und die Malocher zum Narren, machte sich aus Nichts einen Namen. Aber er wäre lieber unerkannt geblieben, als er sich im Sonnenstaat die Glatze bräunte...

Image Hosted by ImageShack.us

2 Kommentare 16.4.06 12:32, kommentieren

Kapitel 12 Lichtenhagen

Ungewohnt, wenn auch nicht ganz neu, war die Beliebigkeit und der Hass zum Detail. Die Einen ganz sportsmännisch schlugen rein zum Zeitvertreib. Die Anderen von denen hier die Rede sei, waren, sind und werden sein, die Spreu, die sich für Weizen hält. Fremdes kannten sie vor Ort bisher kaum. Die Anstifter waren voller Tatendrang zur Stelle und rückten die hilflose Jugend ins rechte Licht. Als die Kinder vom Arbeiterparadies eben jenes in Brand setzten, war die Welt schnell im Bilde. Da war er wieder, der alte Ungeist, der uns damals in die Hölle riss...

Image Hosted by ImageShack.us

2 Kommentare 15.4.06 23:48, kommentieren

Kapitel 11 Wende 1.0

Wo materielle Not einst Kollektive schuf, verschafften sich nun Egos Platz. Unter dem Besitz, dem Geld und der Angst vor dem Verlust des Mammons litten die Umgangsformen...

Image Hosted by ImageShack.us

1 Kommentar 12.4.06 20:42, kommentieren

Kapitel 10 Gleichschaltung

An die DIN-Normen mußte man sich erst gewöhnen...

Image Hosted by ImageShack.us

1 Kommentar 11.4.06 19:27, kommentieren

Kapitel 9 Treuhand

Reichlich unbedacht und halb im Wahn übernahm man sich an unserer Republik und nannte dies dann nicht ganz richtig Wiedervereinigung. Eine feindliche Übernahme durch den Klassenfeind war's, aber das klingt für einen Neubeginn zu negativ und ist wenig produktiv...
Image Hosted by ImageShack.us

2 Kommentare 11.4.06 18:51, kommentieren

Kapitel 8 Wandel

Aller Anfang ist bekanntlich schwer und so versprach ein dicker Mann Blütenmeere, wo vorher noch die Schlote qualmten. Der Konkurs hinterließ tiefe Furchen. Im Schwindel verlor der Ostmensch den gewohnten Halt. Manche blieben links liegen und standen nicht mehr auf. Menschlichkeit war nicht mehr gefragt, denn die hatte ja versagt. Aus westlicher Richtung ging's in den Busch, um die Chefetagen auszutauschen und den Leuten zu vermitteln, dass die Einkaufstüte nicht länger halb leer, sondern halb voll sei...

Image Hosted by ImageShack.us

1 Kommentar 11.4.06 10:52, kommentieren

Kapitel 7 Kapitalismus

Meine Heimat gab's nicht mehr und doch war ich nicht umgezogen. Aus Pionieren, Trabanten und Proletariat wurden Kids, Golf und Proleten...

Image Hosted by ImageShack.us

1 Kommentar 11.4.06 10:39, kommentieren

Kapitel 6 SED-PDS

Lenins Ideen hatten längst ausgedient, nur war das schwer zu vermitteln. Die Einheitsparteigänger wurden nochmal laut, verstummten dann aber recht schnell...

Image Hosted by ImageShack.us

2 Kommentare 11.4.06 07:16, kommentieren

Kapitel 5 Wir sind das Volk

Über die grüne Grenze schwappte der Schwall von Wirtschaftsflüchtlingen und Freiheitswilligen. Die, die blieben, machten friedlich Revolution...

Image Hosted by ImageShack.us

1 Kommentar 11.4.06 07:10, kommentieren

Kapitel 4 Widerstand

Vom brüchigen Glück des vermeintlichen Eldorados konnte trotz der Absolvierung der Kaderschulung Niemand etwas ahnen. Die Pekinger Endlösung war möglich und die Verheißungen des Westens , die Freiheit nicht zu vergessen, lockten...

Image Hosted by ImageShack.us

1 Kommentar 11.4.06 07:07, kommentieren

Kapitel 3 DDR

War der Schutt erst weggeräumt, wuchsen auf Gräbern und Ruinen in Windeseile Häuserblöcke, Zeile um Zeile. Drum war der Arbeiter stolz auf das Gebaute und richtete sich im Staate ein. Erst kamen die Wände und dann die Mauern. Doch um den Bürger, pardon den Bauer, vor sich selbst zu schützen, brauchte man auch im kalten Frieden die Gewalt in den Händen der Volxtribunen. Im Westen gab es Geld und das Wunder, im Osten dafür Einheitspartei und die Organe. Der alte Muff roch sehr streng, trugen ihn noch so viele an sich. Die Jugend einzig machte Laune im Bunde, als die Kommunen kamen, machten Partner und Joints die Runde. Auch in der Zone ging’s hoch her, zu Ehrentagen ganz offiziell oder splitternackt am Badestrande. Der große Bruder hatte Kommerz pur mit harten Schlägen, während es dem kleinen am wenigsten an Betragen mangelte. Doch auch die schönste Zeit geht mal zu Ende...

Image Hosted by ImageShack.us

2 Kommentare 9.4.06 21:09, kommentieren

Kapitel 2 Neuordnung

Mit der Neubesetzung kam nicht die Besinnung, sondern schlicht eine andere Gesinnung, die man tags zuvor noch mit dem Panzerschreck zu vernichten drohte. Die Systeme Ost wie West gaben den Verlierern Trost und nahmen ihnen dafür ihr Selbst. Was einst der verkannte Künstler und Meldegänger ohne Führungsqualitäten für das Deutscheste vom Deutschen hielt, war nicht mehr viel wert. So eine Hasspatina ist zwar eine Weile ganz ansehnlich, doch auf die Dauer unausstehlich. Einst Brüder auf dem Felde, ging jede Macht nun eigene Wege und erklärte unentwegt, wie Freiheit wirklich auszusehen habe...

Image Hosted by ImageShack.us

1 Kommentar 9.4.06 20:50, kommentieren

Kapitel 1 Der Zweite Weltkrieg

Am Anfang war die Erfahrung eines furchtbaren Krieges, der die Menschheit spaltete. Die Beteiligten verloren ihre alten Gesichter und die Kontinente bekamen neue. Der Wahnsinn nahm seinen Lauf und Niemand hielt die Ochsen und Esel auf. Es blieb nur Leid und Destruktion, wo sich schon mancher als ubiquitärer Despot wähnte. Den Oligarchen ihr Geschick war dumm genug, um viel lang zu währen. Maschinenmenschen mit allen Waffen unternahmen den Versuch, den Anderen und sich selbst den Tod anzutragen...

Image Hosted by ImageShack.us

1 Kommentar 9.4.06 20:49, kommentieren